Aufhängen von Gemälden auf Keilrahmen

Drei Methoden zur Aufhängung von Bildern auf Leinwand und Keilrahmen.

Beschrieben werden drei Methoden zur Aufhängung von Gemälden und Kunstdrucken auf Leinwand, die auf Keilrahmen gespannt sind: einfache Hängebleche, klassische Bilderschnur und die technisch perfekte Vierpunktaufhängung. Die Vierpunktaufhängung ist besonders interessant bei schweren Bildern, schrägen Wänden und verzogenen Keilrahmen.

1. Einfache Aufhängung

Hängebleche an einem Standardkeilrahmen

Hängebleche am Standardkeilrahmen-Profil, schnell & leicht anwendbar, von vielen verwendet.

Für das einfache Aufhängen eines (ungerahmten) Gemäldes auf handelsüblichen Keilrahmen (sog. Standardkeilrahmen, Querschnitt ca. 19 x 45 mm) sind Hängebleche für Keilrahmen gut geeignet. Durch diese einfachen, preiswerten Stanzteile aus verzinktem Stahlblech erübrigt sich die Anbringung einer Aufhängevorrichtung am Keilrahmen.

Keilrahmenbleche

Es werden einfach zwei Bleche ca. 15 cm von der Außenecke an das Keilrahmenprofil gesteckt. Zwei kleine Stahlnägel mit kleinem Kopf genügen. Diese müssen allerdings Waagrecht in der Wand eingeschlagen werden, am besten leicht schräg von oben. Eine Wasserwaage und ein Bleistift helfen, die Waagrechte Position an der Wand zu markieren. Der Abstand zwischen den beiden Stahlnägeln muss nicht so genau eingehalten werden, selbst eine Toleranz von mehreren Zentimetern macht nichts aus, da ja die Keilrahmenbleche entsprechend versetzt werden können.

Die benötigten Teile und eine Montageanleitung finden Sie im Katalog unter Zubehör:

Einfache Keilrahmenaufhängung


2. „Klassische“ Aufhängung

Bilderschnur und Ösenschrauben: einfach und stabil, auch für reflexfreie, gut hinterlüftete Aufhängung geeignet.

Früher wurden Gemälde auf Keilrahmen (mit und ohne Zierrahmen) in der Regel mit einer Bilderschnur an Wandhaken aufgehängt. Dies führt – je nach Montageweise mehr oder weniger – zu einer Neigung der Bildfläche nach vorne (die obere Keilrahmenleiste steht von der Wand ab). Dies hat Vorteile für Gemälde, die eine stark glänzende (gefirnisste) Oberfläche haben: störende Lichtreflexe können damit vermieden werden, weniger Staub setzt sich an der Bildfläche an. Das Bild ist zudem gut hinterlüftet, was zur Hängung an Außenwänden z. B. in Altbauten von Vorteil ist, da sich weniger Feuchtigkeit hinter der Leinwand bildet. Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß nur ein mittig gesetzter Nagel oder Einschlaghaken in der Wand erforderlich ist und die waagrechte Ausrichtung des Bildes sehr leicht durch seitliches Verschieben bewerkstelligt werden kann.

Öse innen am Keilrahmen

Die Galerie Alte Schule liefert Kunstwerke auf Keilrahmen mit einer abgewandelten Bilderschnuraufhängung aus. Zwei Ringschrauben, die an den Seitenleisten des Keilrahmens innen eingeschraubt werden und eine im Keilrahmen liegende Bilderschnur ermöglichen wandparallele Aufhängung, wie sie heute bevorzugt wird.

Ist in der Bildmitte ein senkrechtes Keilrahmenzwischenstück eingebaut, können zwei etwas aus der Mitte versetzte Nägel in der Wand verwendet werden, um das Bild ohne Neigung von der Wand aufzuhängen (bei nur einem Nagel – noch mehr bei einem Einschlaghaken – steht dessen Kopf sonst gegen das Keilrahmenzwischenstück). Statt der mitgelieferten Stahlnägel sind alternativ gedübelte Einschraubhaken sinnvoll, gerade bei großen Bildern.

Die benötigten Befestigungsteile für die klassische Aufhängung bekommen Sie in jedem Baumarkt; wenn Sie Probleme bei der Beschaffung haben, können wir Ihnen gerne weiterhelfen:

Unterstützung anfordern


3. Empfohlen: Vierpunktaufhängung

Einzelteile einer Vierpunktaufhängung für Bilder auf Leinwand und Keilrahmen.

Große, schwere oder sehr wertvolle Bilder dauerhaft und sicher aufhängen, auch an Decken oder Dachschrägen.

Verzug von großformatigen Gemälden auf Leinwand (über 1 m² Bildfläche) ist auf Dauer unvermeidbar. Sowohl das trockene, abgelagerte Leimholzprofil der Keilrahmen als auch die modernen, hochelastischen Maltuche (Kettfaden aus Polymeren, Schussfaden aus Baumwoll/Polyester in Leinenindung) haben unvermeidbar stark hygroskopische Eigenschaften, die auf Dauer Verzugswirkungen hervorrufen. Die klassische Flachsleinwand (Kett- und Schussaden aus Flachsfasern) ist keine bessere Lösung: Schon bei kleinsten Luftfeuchtigkeitsschwankungen ist sie entweder straff wie ein Trommelfell und damit eine starke Belastung für den Keilrahmen, oder (bei trockenem Wetter und geheizten Räumen) merklich bis sichtbar schlaff. Dabei treten enorme Zugkräfte auf, die durch keine noch so stabile Keilrahmen- oder Einrahmungskonstruktion gehalten werden können. In Räumen mit schwankenden Temperaturen und Feuchtigkeitsgehalten in der Luft – also den ganz normalen Schwankungen durch das Lüften und den Heizungsbetrieb im Winter – treten zwangsläufig unterschiedliche Spannungen in den Leinwänden der Gemälde auf. Einrahmer und Privateigentümer von Leinwandgemälden schlagen dann manchmal zu früh und zu stark die Keile nach, was bei der nächsten Feuchtperiode unweigerlich zum Verzug des Keilrahmens führt. Meistens steht dann eine der vier Ecken deutlich von der Wand ab.

Es muss also eine Aufhängemethode gewählt werden, die jegliche Verzugskräfte sicher aufnimmt und in die Wand ableitet: die Vierpunktaufhängung. Aus der Idee der Diebstahlsicherung für wertvolle, gerahmte Bilder entstand die Aufhängung mittels vier T-Schrauben und Schlossplatten. Ein mitgelieferter flacher Schlüssel erlaubt das Verdrehen der T-Schraube, nachdem die am Rahmen angeschraubten Schlossplatten exakt auf die in vier Dübeln auf der Wand voreingestellten T-Schrauben gesteckt wurden.

Der Aufwand, ein großes Gemälde (ab 1 x 1,3 Meter Keilrahmengröße empfohlen) mit vier Dübeln zu befestigen, ist durch das Ergebnis in jedem Falle gerechtfertigt: das Gemälde hängt dauerhaft, verzugsfrei und mit kleinem Hinterlüftungsspalt fest und diebstahlsicher an der Wand. Ein Nachspannen der Leinwand ist für viele Jahre nicht erforderlich. Mit dieser Methode können Bilder auf Keilrahmen in jeder Größe an die Wand montiert werden. Bei Keilrahmen über 1,5 m Länge können ggf. 6 oder 8 Aufhängepunkte notwendig werden. Auch die Aufhängung über Kopf, an Deckenflächen oder Dachschrägen, ist auf diese Weise möglich (wenn entsprechende Dübel gesetzt werden können, z. B. in Betondecken; bei Hohlkammer-Wandkonstruktionen, Holzverkleidungen u. a. sind besondere Hinweise zu beachten).

Ein Satz Vierpunktaufhängung besteht aus 4 Schlossplatten, 4 T-Kopf-Schrauben, 4 Dübeln und 4 x 2 Befestigungsschrauben für die Schlossplatten; ein Spezialschlüssel für die T-Schrauben ist im Lieferumfang enthalten. Für ein Bild auf Keilrahmen wird 1 Satz benötigt. Die Keilrahmenaufhängung ist für Leinwandbilder bis 5 Quadratmeter Bildfläche und ca. 25 Kg Gewicht geeignet. Für größere und schwerere Bilder gibt es Sonderlösungen auf Anfrage

Die benötigten Teile und eine Montageanleitung finden Sie bei uns im Katalog unter Zubehör:

Vierpunktaufhängung

Dieser Textbeitrag wurde uns von Martin Eller zur Veröffentlichung freigegeben.